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KiBuR-Wort

Monat für Monat veröffentlichen wir im Grünen Blatt (unseren Gemeindebrief) das Kibur-Wort. Wir Pastorinnen und Pastoren schreiben darin sozusagen "unser Wort für den Monat". Nun stellen wir das auch hier zur Verfügung und laden Sie herzlich ein, darauf zu reagieren, wenn Sie mögen.

Das geht, wenn Sie hier drauf klicken! Bitte sagen Sie uns auch, auf welches kibur-Wort Sie reagieren.
Sie müssen Ihren Namen nicht angeben, aber schöner ist natürlich schon, wenn man miteinander kommuniziert.

Viel Spaß beim Lesen!
Ihre
Pastorin Christiane Zimmermann-Stock
und Pastor Michael Grabarske

 


Mai 2022 (von Pastor Michael Grabarske)

ding-dang-dong im Kopf

Eines meiner Lieblingssätze (es gibt einige!) aus der Serie „Neues aus Büttenwarder“ stammt von Adsche Tönnsen (gespielt von Peter Heinrich Brix), dass er immer mal wieder zu Brakelmann (gespielt vom unvergesslichen Jan Fedder) sagt: „Das Gebrabbel macht mich noch ganz ding-dang-dong in meinem Kopf!“ Zugegeben: Mehr als Gebrabbel ist es auch nicht, was die beiden von sich geben, aber so unendlich voll mit Alltagswitz- und -weisheit.

Ganz ding-dang-dong im Kopf… Daran muss ich so oft denken die letzten Monate. Das kann man doch wirklich sagen? Oder? Die Pandemie über zwei Jahre. Jeden Tag – und es gab keinen einzigen ohne – Meinungen, immer wieder neue Einschätzungen, kluge Leute sagten das eine, andere nicht minder kluge Leute was anderes, Inzidenzen (ganz ehrlich, ich wusste zuvor gar nicht, was das ist), Einschränkungen und Beschränkungen, und immer wieder Nachrichten ohne Ende. Querdenken (fand ich immer richtig bis dahin) wurde zum Ignorantentum und spazieren gehen zu einer politisch zweifelhaften Tat. Und die Bilder der vielen Toten in Bergamo damals, als es anfing, habe ich immer noch im Kopf.

Und jetzt abgelöst das Thema vom Russland Krieg gegen die Ukraine. Noch schrecklichere Bilder und Nachrichten jeden Tag. Man mag es nicht, aber man muss hingucken: Lasst uns am Ende niemals sagen, dass wir von all dem nichts gewusst haben! Wir müssen es wissen! Das Leid all der Unschuldigen kann uns nicht unberührt lassen! Und ich bin froh, dass bei uns in Büdelsdorf die Flüchtlinge aus der Ukraine herzlich und warm empfangen werden. Vielen Dank allen, die das möglich machen!

Und doch bleibt das ding-dang-dong im Kopf. Ich habe das Gefühl, der Kopf ist dauerbesetzt von Pandemie, Putin und Panik (besser Angst, aber das P passte besser). Ostern liegt hinter uns – das Fest, an dem wir das Leben feiern… Pfingsten liegt vor uns – das Fest, an dem wir die Beständigkeit und Zuversicht feiern. Vielleicht kann man es so sagen: Gott will kein ding-dang-dong im Kopf, im Leben und überhaupt nicht. Er erinnert uns mit den beiden Festen an das, was wirklich trägt: Glaube, Liebe, Hoffnung… Aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

Vielleicht denken Sie jetzt: „Das Gebrabbel macht mich noch ganz ding-dang-dong in meinem Kopf!“ Dann schreiben Sie gerne darauf, mit dem QR Code!  
Ich wünsche Ihnen ding-dang-dong freie Zeiten!
Herzlich Ihr
Pastor Michael Grabarske 


März 2022 (von Pastorin Christiane Zimmermann-Stock)

Lass ab vom Bösen!
„Lass ab vom Bösen und tue Gutes; suche Frieden und jage ihm nach! Die Augen des HERRN merken auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien. Das Antlitz des HERRN steht wider alle, die Böses tun, dass er ihren Namen ausrotte von der Erde. Wenn die Gerechten schreien, so hört der HERR und errettet sie aus all ihrer Not. Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben. Der Gerechte muss viel leiden, aber aus alledem hilft ihm der HERR.“ Psalm 34

In diesen Tagen blicken wir erschüttert, desillusioniert und verängstigt auf die Ukraine. Ein Angriffskrieg in Europa. Panzer rollen über die Straßen, Raketen zerstören Flugplätze, Häuser, Menschen kauern in U-Bahnstationen, die zu Luftschutzkellern umfunktioniert wurden. Menschen sterben, als Soldaten, als zivile Kollateralschäden. Der Westen hat versucht es aufzuhalten, mit Diplomatie. Es hat nicht geholfen. EIN Mann und seine Gefolgsleute haben den Krieg erklärt. Das hatten wir alles schon einmal. Nichts gelernt aus der Vergangenheit. Aber aus der Vergangenheit erwächst unsere Furcht. Furcht vor dem uns alle überrollenden Wahnsinn des personifizierten Bösen.
Neben dem, was die Menschen in der Ukraine erleiden müssen und an Widerstand versuchen zu leisten, die Mächtigen und Politiker in der ganzen Welt nun verhandeln und in Bewegung setzen, sind wir gerufen, nicht abzulassen von unserem Gebet: „Lass ab vom Bösen und tue Gutes; suche Frieden und jage ihm nach!“ Wir bitten Gott für die Menschen in der Ukraine und überall auf der Welt, wo Krieg, Gewalt und Ungerechtigkeit herrschen, dass er die, die zerbrochenen Herzens sind, stärkt und ermutigt. Wir bitten Gott, dass er ihnen trotz aller Verzweiflung Hoffnung schenkt. Wir bitten dringend für Frieden. Wir bitten dafür, dass Gott Gerechtigkeit walten lässt und diejenigen, die für all das Unheil verantwortlich sind, zur Rechenschaft zieht. Україно, Бог з тобою! Ukraine, Gott sei mit euch!
Pastorin Christiane Zimmermann-Stock


Februar 2022 (von Pastor Michael Grabarske)

Glauben wagen!
Mein alter Professor, Fulbert Steffensky, erzählte häufig diese Geschichte: „An einer strömungsreichen Stelle irgendwo am Meer fand ich ein Schild, das Schwimmer warnt und ihnen empfiehlt, für den Fall, dass eine Strömung sie erfasst, sich nicht gegen den Sog zu wehren. Die Strömung führe wieder zurück. Man solle seine Kräfte nicht sinnlos verbrauchen, sondern sich vom Wasser selber zurücktragen lassen.“
Was würden Sie denken, wenn Sie so ein Schild sehen würden? Womöglich wollten Sie gerade genau hier ein kleines Bad nehmen. Vielleicht nicht grad im Februar.
Mich fasziniert diese Geschichte von Fulbert Steffensky: Du willst da jetzt genau schwimmen. Und stell dir vor, dich erfasst diese Strömung, treibt dich ab, raubt dir die Kräfte. Du würdest dich normal wehren! Du hättest Angst! Mehr noch, dieser Moment versetzt dich in Panik!
Und dann dieses Hinweisschild: Es hat jemand aufgestellt, der oder die genau weiß, wie da die Strömungsverhältnisse sind. Er oder sie hat es genau durchgerechnet, hat sich viele Gedanken gemacht, die Gefahren abgewogen und die Chancen natürlich. Hat sich in Menschen reingedacht, die genau da schwimmen gehen wollen. Und er oder sie hat das Schild dort aufgestellt. Aus Verantwortung vor den Menschen, die da entlangkommen.
Steffensky fasst zusammen, wie ein Mensch sein muss, der dieses Schild dann liest: „Er müsste einen Glauben haben an den Zusammenhang des Ganzen, eine geduldige Hoffnung auf einen guten Ausgang trotz der augenblicklichen Gefahr und die Demut der richtigen Einschätzung seiner Kräfte.“
Dieser Mensch müsste Vertrauen wagen können. In sich und in den klugen Kopf, der das Schild da montiert hat. Dieses Vertrauen, diesen Glauben, den wünsche ich uns allen mehr denn je!
Herzlich
Ihr Pastor Michael Grabarske 


Januar 2022 (von Pastorin Josephine Teske)

Neues Jahr- neues Glück?
Ein neues Jahr hat begonnen, nach einem, das war nicht so leicht. Und vielleicht haben auch Sie viel zurückgeblickt in letzter Zeit. Kennen Sie das? Manchmal hat man das Gefühl, auf sein altes Ich zu blicken und es ist so, als würde man sich selbst zugucken. Wie aus der Vogelperspektive, Und dann denkt man vielleicht: Das bin ich gar nicht mehr. Ich hab mich verändert und es gar nicht gemerkt. Und dann, wenn wenn ein neues Jahr vor uns liegt, noch ganz unberührt und alles ist möglich, dann kann man den Kopf wenden und nach vorn blicken. Denn wenn die Weihnachtslieder für lange Zeit das letzte Mal gesungen wurden und der Baum längst auf der Straße liegt, dann beginnt die eigentliche Arbeit von Weihnachten. Dann liege es an Ihnen und auch an mir, das Licht in die Welt zu tragen. Auch in uns selbst. Gerechtigkeit zu fordern. Den Hunger zu stillen- auch unseren eigenen.  Unseren Planten zu heilen. Die Flüchtenden willkommen zu heißen. Dann liegt es an Ihnen und auch an mir, Brücken zu bauen, auch wenn uns die andere Seite Angst macht. Mauern waren noch nie hilfreich. Ja, nun beginnt sie, die eigentliche Arbeit von Weihnachten. Von Herzen wünsche ich Ihnen Licht! Glitzer und Fantasie! Wie wundervoll, dass die Welt Sie hat! Mit Ihrer Stimme, die etwas zu sagen hat! Die Gewicht hat, Auf die Gott, auf die unsere Welt nicht verzichten kann.
Segen für Sie in diesem neuen Jahr. Für all das, das Sie sich vornehmen und sein lassen werden. Das nicht so wird, wie Sie dachten, aber dafür ganz anders.
Ihre Pastorin Josephine Teske